ÜBERWINTERN

im SÜDEN


Die Rückfahrt (1)

bis Guardias Viejas

 





 

Du kannst monatelang unterwegs sein, du genießt jeden einzelnen Tag, verschwendest (möglichst) keinen Gedanken an zu Hause, und wenn, dann um Mitleid mit den Daheim Gebliebenen zu hegen.

Ab dem Tag aber, an dem du beschließt, jetzt doch so langsam wieder Richtung Heimat zu fahren, kreisen deine Gedanken immer mehr darum, wie es dort jetzt aussieht, was zu machen sein wird, ob alles heil geblieben ist und, und...

...und du freust dich drauf.


Geht uns so ab dem Moment, wo wir uns von den anderen hier am Alqueva-Stellplatz verabschieden. Tille und Ulli wollen noch ein paar Tage bleiben und sich noch etwas an der Küste umsehen, unsere belgischen Freunde Paula und Jaques müssen aus terminlichen Gründen heim, Gisela und Dieter wollen die Route über Nordspanien nehmen, Barbara und Walter besuchen noch Freunde in Portugal, und wir, hab ich ja schon gesagt, beschließen, die Route über Ostspanien, fast so, wie wir gekommen waren.

Ist zwar nicht ganz so spektakulär, aber auf jeden Fall wärmer.


 



back in Torrox Costa

 

So fahren wir rasch wieder per Autobahn über Malaga, kommen nach Torrox, wo wir noch mal einen oder zwei Tage bleiben wollen.
Wir kehren hier am 2. Tag von einem Spaziergang am Strand zurück - wer kommt da angefahren? Gisela und Dieter, die eigentlich über Nordportugal nach Hause fahren wollten. Sie haben sich nach der kalten Nacht dasselbe überlegt wie wir und machen den Bogen "unten rum" nach Hause.

Was für ein Wiedersehen :-)!


Hier in Torrox Costa treffen wir auch einen Mann wieder, den wir vor fast 8 Jahren kennen gelernt und dann aus den Augen verloren haben. Er hat hier eine Eigentumswohnung mit Blick auf den Stellplatz und hat uns von seinem Fenster aus an unseren Hunden erkannt. An denen werden wir sowieso immer erkannt - wenn überhaupt.

Du staunst immer wieder, wie klein doch die Welt geworden ist.
Noch ein Wiedersehen..

 



kleine Ansiedlung von WOMOs in Guardias Viejas


 

Nach einer weiteren Übernachtung verabschieden sich Gisela und Dieter, und wir nehmen die Autobahn in östliche Richtung; einige "Torres" lassen wir seitlich an der Küste liegen, aber bei Los Guerras ist erst mal Sense - du musst runter auf die N 340, und es geht nur noch im Schleichtempo. Rauf - runter - links - rechts. Abwechslung satt. Wir machen ausgiebige Pausen, lassen uns jede Menge Zeit.

Und irgendwann bist du dann wieder in bekannten Gefilden, wieder ein Stück Autobahn, wir nähern uns Adra; bei Balanegra fahren wir runter und gurken über das trostlose Balerma nach Guardias Viejas.

Du merkst: Wir sind ganz in der Nähe von Almerimar, da wollen wir jetzt aber nicht hin. Nur von weitem hinschauen.
Vielmehr reizt uns diesmal das noch naturverbundenere Stehen in Guardias Viejas.


Wer steht da schon und winkt von weitem? Du ahnst es:
Gisela und Dieter!
Du könntest das nicht mal vermeiden, selbst wenn du es wolltest - aber weshalb sollten wir? Beide helfen uns, einen ruhigen Stellplatz zu finden, wir stehen hier nämlich das erste Mal, obwohl wir schon x-mal hier waren, meist mit dem Roller von Almerimar aus.

Hier war es auch, wo Tille und Ulli damals ihre 3 Findlings-Welpen Alma, Meri und Mara groß gezogen hatten.

Zum Einkaufen musst du schon einige Kilometerchen radeln oder rollern, dafür wirst du in Guardias durch absolute Ruhe entschädigt. Es gibt zwar auch hier "Clübchen", aber es läuft alles friedlich und stressfrei ab.

 

 



Ent- und Versorgung - alles vorhanden in Guardias Viejas


 

 



irgendwo dahinten stehen wir, von hier aus nicht zu sehen


 

 



rechts hinten ist Almerimar; oberhalb von dem rechten grünen Busch ist der Stellplatz


 

Wir bleiben hier drei Nächte, machen gemächliche Wanderungen am Strand, kochen lecker und waschen alles, was sich an Schmutzwäsche angesammelt hat. Wasser kriegst du hier ja problemlos, Strom macht unser Honda-Jockel.

Die WaMa, die wir uns noch vor der Abfahrt zu Hause übers Internet gekauft hatten, braucht man gerade 200 W, die bringt der Jockel leicht.
Und: Sie dreht nicht nur in einer Richtung im Kreis, wie unsere erste Maschine von vor ein paar Jahren, sondern sie macht das hübsch abwechselnd, mal links rum, mal rechts rum. Nix verwurschtelt sich, alles bleibt hübsch locker.
Das Schöne an der Maschine ist vor allem, dass sie obendrein eine elektrische Schleuder hat. Das Wasserholen ist ja nicht das Anstrengende, sondern das Wringen. Kriegst Ärmchen wie beim Extrem-Klettern. Ich jedenfalls.
Mit der elektrischen Schleuder geht das ratz-fatz, schon hängt die Wäsche am Ständer und flattert fröhlich im Wind.
Freilich ist das Fassungsvermögen keine 5 kg, aber eine Jeans schafft sie allemal, und das ist ja wichtig. T-Shirts, Unterwäsche, Socken - alles kein Problem.

So bist du ein ganzes Stück unabhängiger von den Waschsalons.

Und wo ich schon dabei bin:
Manchmal braucht ein Wäschestück ja auch mal eine neue Naht. Auch hier haben wir eine Lösung gefunden. Kleinstes Nähmaschinchen wo gibt. Der Ministepper läuft auf 6 V und hat auch ein Fußpedal. Schnurrt wie ein Kätzchen.
Na gut - ein Vorzelt kriegst du damit nicht genäht, und auch bei Jeans hört der Spaß langsam auf, aber eine Hemdennaht: allemal!

Ich hab das Ding zu Hause mal fotografiert.


 




das Nähmaschinchen ist gerade mal 20x20 cm groß



vom Strand geht es hoch Richtung Sopalmo


 

Nach diesen 3 mehr arbeits- als erlebnisreichen Tagen fahren wir auf der A 7 (E15) bis ein Stück hinter Nijar.

Bei Venta del Pobre kannst du auf die N 341 abfahren, die geht dann am nördlichen Rand der Cabo de Gata nach Carboneras.
Wir fahren auf der L 5105, immer in Strandnähe; und auch hier: Sie bauen, die Spanier, sie bauen...

Ein Stück hinter Carboneras wird es abenteuerlich: Die L 5105 windet sich die Berge empor, über die Örtchen Sopalmo - El Agua des Medio - Torre del Pirulico.
 



eine richtige Pass-Straße mit herrlichem Ausblick

In Torre del Pirulico stehen am Strand einige WOMOs, der Herdentrieb reizt mich, auch dorthin zu fahren.

Ulla aber hat in Garrucha einen etwas erwachsener wirkenden Platz ausfindig gemacht. Okay also.

Wir kommen durch Mojacar, einen schon jetzt mitten im ausgehenden Winter überlaufen wirkenden Touristenort. Nee, wollen wir nicht.
Wir fahren also durch ohne anzuhalten, kommen wieder durch endlos viele im Bau befindliche Urbanisationen, und sind in Garrucha.

Gleich am südlichen Ortsbeginn ist der große Parkplatz, Übernachtung für WOMOs zwar verboten, aber tagsüber stehst du hier wunderbar. Mehr wollen wir auch nicht. Nur ein-zwei Stündchen Pause machen, Pipiründchen mit den Hündchen, einen Kaffee trinken und einen Happen essen.

Unser Ziel heute ist San Juan de los Terreros, ein Stück südlich von Aguilas.
Da waren wir schon mal, jeder Spanienwohnmobilist kennt es, jeder erzählt dir was anderes davon. Mal gibt's dort Wasser, mal nicht, mal schickt dich die Polizei weg, andere haben sie nie zu Gesicht bekommen.
Uns ist das alles egal, wir fahren hin und dann schaun mer ma...

 

 

 

 

===> Rückfahrt (2) San Juan de los Terreros