ÜBERWINTERN

im SÜDEN


Die Rückfahrt (5)

Gruissan bis nach Hause

 





 

Gruissan am Morgen - brrr - immer noch sehr windig und nasskalt. Fast sehnen wir uns zurück auf die andere Seite der Pyrenäen.
Aber wir sehen in der Ferne, dass sich dort der Himmel aufhellt.
Und tatsächlich, eine Stunde später blitzt der erste Sonnenstrahl herunter, die Straße ist schnell trocken, ja, so kennen wir die Provence!

Von Gruissan aus fahren wir erst noch ein Stück am Meer entlang und gehen bei Fleury auf die E-15. So schenken wir uns Agde und Sete. Erst hinter Montpellier fahren wir wieder ab, über Lunel - Saint-Gilles - Les-Baux-de-Provence - St. Rémy.

Fährt sich wunderschön, die Strecke ist eben, es gibt jede Menge zu sehen.

 


Oben in den Alpilles machen wir eine Pause auf dem großen Parkplatz. Du kennst ihn ja schon von früher.

Blöd ist nach wie vor, dass die Stadtväter von St. Rémy sich nicht durchringen können, einen WOMO-Stellplatz einzurichten. Obendrein haben sie den Parkplatz am Football-Feld, auf dem wir bisher gestanden haben, für irgendwelche Baumaßnahmen dicht gemacht. Sie "zwingen" dich auf also einen der Campings.

Mehr der Not gehorchend fahren wir auf den Camping PEGOMAS, da waren wir ohnehin schon öfters. Hunde sind willkommen und sie kosten nicht mal was.



"Sniff... HA..."  

Auf dem Camping ist so gut wie nichts los; vereinzelte WOMOs, die Leute sind im Ort.

Der Pegomas hat erst seit dem 01.03. geöffnet, aber um diese Zeit verirren sich kaum Leute hierher.
Der Vorteil ist also, wenn du jetzt hier auftauchst, "gehört" der Camping fast dir allein. Es kostet eine Idee mehr als ein Camping Cheque (die werden hier leider nicht akzeptiert), aber er ist ausgesprochen familiär.

Und noch was: Auch hier hat man inzwischen WIFI, wenn du ins Internet willst, gehst du mit deinem Laptop vor die Rezeption, einschalten - fertig.
Immer mehr Campings bieten das an, und immer mehr ohne zusätzliche Kosten.
Reichlich frech ist es, wenn man, wie auf dem Eurocamping in Oliva, für die Stunde 3,- Euro verlangt.

Wir können hier auf dem Pegomas unter ca. 60 Stellplätzen auswählen und machen uns letztlich auf einem mindestens 120 qm großen sonnigen Fleckchen zu Hause. Es ist April, und hier in der Provence blüht alles in schönsten Farben, das Grün ist noch saftig und dunkel. Nur die Bäume sind noch unbeblättert. Ist uns recht, so haben wir von oben keinen Schatten.

Die Hündchen finden das auch toll, Jule haben es besonders die Blumen angetan.

Da wir die Hunde unbesorgt auf dem Camping im BABY lassen können, gehen Ulla und ich in aller Ruhe und Gemütlichkeit in den Ort.

Die meisten Ecken kennen wir und freuen uns jedes Mal, wenn wir die vertrauten Geschäfte und Plätze wiedersehen.



"...HAAA..."











                  "HATTSCHIIII!"

 

Alles ist sauber und auf den Touristenansturm vorbereitet. Wir gehören zu den ersten, sind sozusagen die Vorboten dieser Zunft.
 


Wir sehen gleich: Es gibt auch wieder ein paar neue Geschäfte; andere sehen wie neu aus, haben aber lediglich umgebaut und anders dekoriert.

Der Brunnen, vor dem Ulla da steht, war letztes Mal noch im Bau befindlich.


 



Sonne in St. Rémy de P.


 

Speisesalz kennt man gewöhnlich nur in rein weißer Form, wie sich das gehört. Streusalz ist schon mal rosa, aber das tut ja auch keiner nicht aufs Ei. Und die vielen anderen, einem Chemiker ja nicht fremden Salze, haben mitunter die allerschönsten Farben, nur eben sind die nicht für die Suppe gedacht.

 



schwarzes Salz von Zypern
 



und rotbraunes von Hawaii

Umso halb überraschter sind wir, in wie vielen Farben es Speisesalz zu kaufen gibt, angefangen von schwarz, über blau, braun, grün usw. War mir jedenfalls bislang unbekannt.

Hier sind mal zwei Prisen zur Kostprobe; ist etwas schwierig, durch die Scheibe zu fotografieren.

Wäre vielleicht mal wieder eine Idee für Gottschalk:
"
Wetten, dass... ich die Farbe von 20 verschiedenen Speisesalzen am Geschmack erkenne?"

Ulla geht rein in den Salzladen und bringt - nein: kein Salz, sondern einen ganz besonderen Essig mit. Salz hammer noch...

In einer ruhigen Ecke im alten Ortskern kloppt man einen zünftigen Skat...



"...18 - 20 - 2..."


 



 

Nach unserem gemütlichen Stadtbummel freuen sich alle, wieder zusammen zu sein.
Während unser Nesthäkchen es sich auf meinem Schoß bequem macht, inspiziert unsere Älteste die Blumenwiesen.

 




 

Wir halten es doch tatsächlich fast eine Woche auf dem Pegomas aus, ohne dass und auch nur eine Minute langweilig würde. Ist ja auch schönstes T-Shirt-Wetter.

Bei der weiteren Rückfahrt haben wir einmal Pech; in Avignon haben wir eine kleine Karambolage mit dem PKW einer Französin, nur Blechschaden.

Bei Lyon haben wir Glück, weil ich gerade noch einem Gespann ausweichen kann, das sich schon auf der Abbiegespur der Autobahn befindet, es sich aber im letzten Moment anders überlegt und neben mir wieder auf meine Spur wechselt.

Und in Quingey schließlich habe ich die Kurbel unserer uramerikanischen Antennenanlage in der Hand, als ich sie gerade hochleiern will.

Ich hole die Antenne vom Dach, klemme unser Ersatzkabel dran und stelle sie draußen neben das BABY.
Na also - geht doch! So lange, bis ein Windstoß sie umwirft.
Als nächstes kommt uns eine automatische Antenne aufs Dach, das wird noch am selben Abend beschlossen.

 



unsere Dachantenne - die Halterung hat den Geist aufgegeben
 

Wie immer, fahren wir wieder über Luxemburg, wo Ulla im Supermarkt einkauft, während ich den Durst unseres BABY's stille.

Wenn es dich interessiert:
Unser BABY trinkt aus einer 17,8 Liter-Pulle. Diesel natürlich. Ich hab das von Anfang an nachgehalten und lasse mir vom Computer die Miles in km und die getankten Liter dementsprechend auf den Verbrauch auf 100 km umrechnen.
Bei 250 L Tankinhalt kann ich auch nach 1200 km Fahrtstrecke noch in aller Seelenruhe nach einer Tankstelle Ausschau halten.
Da ist dann allerdings eine kleine Investition fällig :-).

 


Nach dem Tanken fahre ich hinter den Supermarkt auf den Parkplatz und schaffe schon mal Platz für die zu erwartenden Einkaufstüten.

Da klopft ein Mann an der Seitenscheibe, die Hündchen sausen hoch und drücken sich laut bellend die Nasen an den Scheiben platt.
Ich gehe nach draußen, er stellt sich als WOMO-Kollege heraus und er kennt uns .
??
Er ist aus Erfurt und ist ein treuer Leser unserer HP; und als er die Hunde im Vorbeigehen gesehen habe, sei er sicher gewesen: Das sind die mit dem BABY, und das habe er dann ebenfalls erkannt.
Irgendwie freut mich das.
Dann kommt Ulla zurück und sagt: Gerade sei ein Mann an ihr vorbei gegangen und habe gesagt: Und Sie sind die Ulla, nicht wahr?" Da war sie platt.

 

Inzwischen sind wir schon wieder geraume Zeit zu Hause, du hast das ja an meinen etwas ins Stocken geratenen Berichten gemerkt.

Immerhin ist der Schaden von Avignon behoben, es ist nichts mehr zu sehen. Eigentlich ist die Versicherung der Dame für die Rechnung zuständig, die aber weigert sich. Machen die Franzosen bei Ausländern gern, sagt mein deutscher Fachanwalt in Paris.

Warten wir ab, es geht zu Gericht. Ich habe eine Rechtsschutzversicherung, deshalb hab ich wegen der Kosten keine Sorge.

Für uns aber bleibt auch noch was:


Vor der nächsten Fahrt kriegt unser BABY vorn neue Stoßdämpfer.
Dann muss ich endlich was an dem inzwischen unerfreulich großen Lenkspiel machen lassen. AMIs haben da gern zu viel, weiß auch mein TÜV-Mann, Gott sei Dank. Wahrscheinlich neuer Lenkhebel, anschließend ist die Spur wieder neu einzustellen.
Dann noch Ölwechsel, Abschmieren, AU, Gasprüfung. Weiße Bescheid...
Letztlich muss das Dach noch fachmännisch abgedichtet werden: es ist zwar dicht, aber es sieht nicht so dolle aus.

Hatte ich schon erwähnt, dass man in einem ****Hotel...

Aber eben längst nicht so schön unabhängig!


Ah, noch was:

Ich war heute (es ist inzwischen August) zur AU und beim TÜV. Reichlich verspätet, denn TÜV war im März fällig. Das ist meinem TÜV-Mann aber egal, er klebt ja (wenn überhaupt) sowieso nur die neue Plakette bis kommenden März.

Die AU ging ok. Und der TÜV, was hat der beanstandet:

Stoßdämpfer und Lenkspiel. Sieh mal an! Außerdem hat das rechte Traggelenk ein wenig Spiel, ist aber noch nicht weiter schlimm.
Und ein paar gerostete Sachen unter einem vorderen Hilfsrahmen, nichts Bewegendes, aber ich soll einfach mal schauen... Werd ich dann auch.
Zumindest hat er mich fahren lassen, samt neuer Plakette. Bis März 2009.

Hab schon einen Termin bei CTE Vialle in Ersel. Wenn alles fertig ist, häng ich noch einen Satz dazu hier an. Bis dahin!

...Wochen später...

SOOO - Das ist inzwischen erledigt! Das Lenkspiel ist deutlich geringer geworden und es rummst auch nicht mehr, wenn ich mal durch ein Schlagloch fahre. Ich bin indes geleichtert, um anderthalbtausend :-( .

Inzwischen steht das BABY aber wieder in der Werkstatt: Das Dach sah nicht nur "nicht so dolle aus" - es war an einigen Stellen undicht; da kommt noch richtig was auf uns zu. Derzeit steht es in der Halle, trocknet ab; dann wird die Dachhaut wieder verschweißt, wo sie fürs Trocknen aufgeschnitten wurde, und schließlich wird alles hübsch abgedichtet. "Da kommt dann nix mehr durch!" So Meister Ungar.

Auf Dauer sollte die Gummihaut am besten durch ein Alublech ersetzt werden, sagt der Meister. Dann wär Ruhe "bis ans Ende aller Zeiten."
Was das kosten soll - daran rechnet er noch...
Aber seine Augen haben verräterisch gefunkelt.
 

 

 

 

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